
es ist nacht, ein dunkles zimmer, man sieht einen kleinen jungen
er hockt zitternd auf dem bett und atmet blut durch die lungen
seine fäuste sind geballt, ein kalter schauer durchfährt ihn
er hat kein bock mehr auf den scheiss, doch kann nichtmehr fliehn
die attacken kommen täglich schneller, sein blut staut sich auf
seine unbändige wut auf die schimmlige welt nimmt ihren lauf
den lauf den er verloren hat, bereits am start gescheitert
er hat das ziel nie erkannt und bestraft sich selbst bis es eitert
mit der klinge so sanft, sie wärmt sein kaltes herz wie wolle
sie ist so streng und voller liebe, sie übernimmt die vaterrolle
nimmt besitz von seiner hülle und gräbt sich tief bis ins fleisch
er trinkt sein eigenes blut und hält die frucht stets weich
er hält sie jeden abend offen, damit sein leben niemals versiegt
ein weiterer schnitt verbreitert den kanal solang bis er rot sieht
die farbe seiner schmerzen, seine arme sind vernarbt
seine seele verausgabt, denn all der schutz ist abgeschabt
es regnet rotes blut, es läuft zäh von den wänden
ein leben ohne konturen mit dem messer in den händen
der einzige freund, der immer zu ihm hält in seiner welt
ohne einen zu hintergehen, bis die brücke bricht und fällt
dieser endlose fall bis ins tiefe schwarz hinein
die stimmen schreien nun leiser, dank seinem pflaumenwein
es ist kein licht in sicht und das ende nie erträumt
sinnlos noch zu atmen, wenn man das auftauchen versäumt
so sitzt er da, innerlich stark verletzt und entzwei gebrochen
er weiss selbst nichtmal wieso, hat schon lang das feuer gerochen
das in ihm brodelnd alles verzehrt, bis er ausgebrannt ist
sein herz nur ein haufen asche, dass langsam die liebe vergisst
doch das feuer schnell vermisst um nicht wieder zu erstarren
in meterdickem totem eis, so wird er jede nacht verharren
ewig gefangen im zwiespalt, mit nägeln in hand und beinen
ich trete langsam heran und seh mich selbst stumm weinen
warum tust du das? - ich weiss es nicht!
warum jede nacht? - ich weiss es nicht!
wo ist denn dein mut? - ich weiss es nicht!
warum all das blut? - es tut so gut!
kein leben ohne messer, wie fische ohne wasser
wie start ohne ende, wie feindbild ohne hasser
zerschnitten die hände, die narben, tod wie lady die
heuchlerische welt voll betrügerei
LeijiONE.de/texte/