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SVV III

Regen Bei Nacht

ich glaube, wenn ich eines tages einen abschiedsbrief losschicke
und sie meinen zerschmetterten leichnam verscharren lassen,
auch dann werden sie nichts von mir wissen wollen.
deshalb werde ich leben, wie es mir gefällt,
es interessiert mich nicht, was sie davon halten.
ich werde wege finden.


und wieder lasse ich mein verdammtes leben schleifen
meinen blick langsam über meine unterame schweifen.
da sind viele lange rote schnitte bis nach unten
langsam fahre ich mit meinen fingern über die wunden.
gar nichts. ich fühle nichts dabei.
sie erinnern mich an schwächen, sie ziehen an mir vorbei
meinen beständigen wunsch aus eurer welt zu fliehen.
es kam mir vor, ich würd mit jedem schnitt weiterziehn
und meinem ziel damit ein wenig näher kommen.
doch der weg endet nie, meine träume an ihm verronen
und am ende ist es doch so, das alles was man mitnimmt
nur all die narben und schlechten erinnerungen sind.
mein blick fällt auf die klinge. sie ist noch unbenutzt
sie ist sozusagen neu, scharf und frisch geputzt
so liegt sie da, sie ist so unendlich verführerisch.
ich müsste sie nur nehmen, sie liegt vor mir auf dem tisch


sie ihr werk vollbringen lassen, ich kann nicht widerstehen
und schon würde es mir wieder ein wenig besser gehen.
schon könnte ich für wenigstens einen kleinen augenblick
aus einer welt enfliehen, die mich täglich mehr und mehr fickt
aus der es doch sonst kein anderes entkommen gibt.
und so klicke ich die klinge aus dem schafft, dass es schnippt
mir ist klar das es falsch ist, was ich gleich tun werde,
ich kann nicht anders. wer kommt schon perfekt auf die erde
ich balle meine faust mit aller kraft, ich bin angespannt
zittere vor erregung, hab all den schmerz eingebrannt
ich kippe die klinge in meiner hand leicht nach oben
das licht spiegelt sich in ihr, ich halte sie leicht angehoben
ich nehme sie und suche nach einer stelle an meinem arm,
zwischen all den anderen schnittwunden, sie sind noch warm
eine art groteske vorfreude durchströmt meinen körper.
ich setzt die klinge an und drücke langsam immer mehr


einmal quer über meine blasse haut. so ist es gut
sofort bildet sich eine straße fisches, rotes blut.
ich atme erleichtert tief durch und beginne zu lächeln
und spühre, wie mich große blutstropfen streicheln
den arm hinunterlaufen. adrenalin in mein herz
es tut so gut! ich fühle den schmerz.
er betäubt so manch anderen, hab es zulang vermisst
ich lasse es geschehen. es tut gut so wie es ist.
schon spühre ich verlangen nach einem weiteren schnitt.
die klinge. silbern und unschuldig, bereit zum nächsten ritt
auf meinem arm, ruhig liegt sie in meiner hand
ich schaue ihr erneut zu wie sie leblos im fleisch verschwand
wieder bilden sich dunkle blutstropfen und mir wird warm.
ich schneide wieder und wieder - in meinen arm
vergesse alles um mich herum. niemand wird mich stören
und es tut mir gut, wieso sollte ich aufhören?


LeijiONE - SVV III.mp3
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